Pilgern heißt,
 den Weg der Sehnsucht zu gehen.
 Im Pilgern komme ich in Berührung
 mit meiner Sehnsucht.

Anselm Grün

Einzig die Richtung hat einen Sinn.
Es kommt darauf an,
dass du auf etwas zugehst,
nicht dass du ankommst.

Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller (1900-1944)

Pilgern hat Tradition

Seit Jahrhunderten folgen Menschen Pilgerpfaden. Das Pilgern kennen wir aus allen Religionen und Kulturen in allen Teilen der Welt zu allen Zeiten.

Pilgerten die Menschen in früheren Zeiten fast ausschließlich aus religiösen Motiven, so wird heute auch gepilgert, ohne einer bestimmten Religion anzugehören: einfach, um den Alltagsstress zu vergessen und den Kopf freizubekommen. Und trotzdem: Egal, ob man sich nur eine Auszeit gönnen möchte oder einen Schicksalsschlag verarbeiten will – der Pilgerweg bleibt immer auch ein spiritueller Weg.

Im Mittelalter erlebt das Pilgern einen Boom. Es gab drei bedeutende Fernpilgerziele, zu denen ein Christ in seinem Leben pilgern konnte: Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela.

Letzteres hat seine Blütezeit vor allem der Tatsache zu verdanken, dass das Heilige Land, also auch Jerusalem, von Arabern besetzt und Rom vielen bußwilligen Pilgern aufgrund der für die damaligen Verhältnisse schon ordentlich ausgebauten Straßen nicht anstrengend genug war. Das Ziel jeder Pilgerreise konnte und kann aber jeder als heilig betrachtete Wallfahrtsort, etwa eine Kirche oder das Grab einer Heiligen, sein.

Während der Reformationszeit nimmt das Pilgern stark ab. Martin Luther ist nicht ganz unschuldig daran. Er bezeichnet das Pilgern als "Narrenwerk" und spottet über den Jakobsweg nach Santiago de Compostela: "Lauf nicht dahin, man weiß nicht, ob Sankt Jakob oder ein toter Hund daliegt." In Norwegen wird das Pilgern ab 1537 sogar unter Todesstrafe verboten und von den damals herrschenden Protestanten als Irrlehre angeprangert.

Erst seit einigen Jahrzehnten ist das Pilgern in Europa von einer breiten Öffentlichkeit wiederentdeckt worden. 1987 wird der Jakobsweg vom Europarat zur europäischen Kulturroute erhoben und ausdrücklich empfohlen. Wiederentdeckte Wegenetze, steigendes kulturelles Interesse und der Wunsch nach Entschleunigung locken viele Menschen auf den "Camino".

Der Jütländische Jakobsweg ist der nördlichste unter den deutschen Jakobswegen. Er beginnt in der Nähe von Harrislee an der Grenze von Dänemark und Deutschland und stellt damit die Brücke von den skandinavischen Ländern nach Santiago de Compostela in Spanien dar. ist der nördlichste unter den deutschen Jakobswegen. Er beginnt in der Nähe von Harrislee an der Grenze von Dänemark und Deutschland und stellt damit die Brücke von den skandinavischen Ländern nach Santiago de Compostela in Spanien dar.


Die atlantische Jakobsmuschel, die Große Pilgermuschel wurde in Form der rechten Schalenhäfte des Tieres oder als Zinnguss einer solchen das Erkennungszeichen der Jakobspilger nach Santiago de Compostela.

Seit dem frühen Mittelalter dienen daher die rechten, stärker gewölbten Klappen der Muscheln den Jakobspilgern, die das Grab des heiligen Jakobus in Santiago de Compostela besuchen, als Erkennungszeichen. Ursprünglich galt die Muschel auch als Nachweis der Pilgerschaft.

Seit dem 13. Jahrhundert wurde die Pilgerschaft nicht mehr mit der Muschel, sondern mit einer Urkunde (heute: La Compostela) beglaubigt. Weiterhin aber galt ein Zinnabguss einer Großen Pilgermuschel als wichtiges, Segen bringendes Andenken. Noch heute ist die Große Pilgermuschel das Erkennungszeichen der Pilger, das sichtbar am Rucksack getragen wird.

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