Brauchtum

Der Brauch des Osterfeuers ist germanisch-heidnischen Ursprungs. Er ist vor allem in ländlichen Gegenden üblich, wo die Dörfer einen Wettstreit um das höchste Feuer durchführen und die Holzstapel in den Nächten vor Ostern bewachen. Am Karsamstag trifft man sich dann gesellig zu Bier bzw. Glühwein und einer Köstlichkeit vom Grill.

Im Harz heißen die Feuer Ostermeiler, sie sind aus Reisig und Fichtengrün aufgeschichtet, obenauf steht eine große Fichte. In Nordfriesland, vor allem auf den Nordfriesischen Inseln kennt man den Brauch des Biikebrennens am 21. Februar. Im Fuldaer Land gibt es einen ähnlichen Brauch des Hutzelfeuers am Sonntag nach Aschermittwoch.

In vielen Orten sind Osterfeuer heute genehmigungspflichtig. Teilweise wird auch Baumschnitt verbrannt, der wegen Insektenbefalls nicht kompostiert werden kann. Oft werden auch Weihnachtsbäume verbrannt.

Kritik

  • Das Holz ist selten trocken, der Abbrand sorgt so für viel Feinstaub. In einer Zeit, in der für Dieselautos und Kaminholzheizungen zunehmend niedrigere Höchstwerte festgeschrieben werden, etwas paradox.
  • Diese Brauchtumsfeuer sind zunehmend zu einer getarnten Abfallverbrennung mutiert. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab, denken einige Städte über schärfere Restriktionen, manche Kommunen sogar über ein generelles Verbot von Osterfeuern nach.
  • Der Geruchssinn von Mensch und Tier reagiert sehr empfindlich auf Rauch, evolutionsgeschichtlich begründbar. Tiere im Umkreis der Feuer werden so empfindlich gestört.
  • Wenn Holzstapel nicht vor dem Abbrand umgestapelt werden, werden Tiere lebendig mitverbrannt. Insekten und Amphibien werden so auch nicht gerettet, aber zumindest werden keine Säugetiere wie Hasen, Kaninchen, Igel oder Füchse verbrannt. Das dieses keine Seltenheit ist, kann man hier sehen:
    "3 Wochen alt und 400 Gramm schwer ist der kleine Rotfuchs mit dem Namen Benjamin. Dank des Einsatzes eines beherzten Tierfreundes ist er vor zwei Wochen knapp dem Tod entronnen. Ein Mann zog den kleinen Welpen aus einem brennenden Osterfeuer".  – Quelle: https://www.shz.de/19555631 ©2018
  • Es wäre viel sinnvoller, wenn Baumschnitt und Altholz an einer Ecke im Garten oder an einem Ort in der Gemeinde gestapelt wird. So entwickeln sich kleine Biotope für Fauna und Flora. siehe auch Benjeshecken. Jeder, der es einmal gemacht hat, weiß, wie erfolgreich diese Methode des Recyclings ist. Igel, Spitzmäuse und Amphibien nutzen die Haufen gern als Wohnquartiere außerdem brüten einige Vogelarten wie Zaunkönig, Rotkehlchen und Heckenbraunelle sehr gern in solchen Haufen. Außerdem sind sie wichtig für die Nahrungsketten.


Auch galluse hat viele Stunden an Osterfeuern verbracht. Aber er war auch einmal Raucher. Vieles hat sich über die Jahre verändert. Vielleicht braucht man auch für die Osterfeuertradition nur einen sinnvollen Ersatz. Umwelt- und Naturschutzverbände könnten man kreativ nachdenken.


Pressemitteilungen

Bei einem Osterfeuer im Dortmunder Stadtteil Großholthausen sind am Karsamstag zwei brennende Kaninchen aus dem Holzhaufen gekrochen.

Ein Mann zog den kleinen Fuchswelpen aus einem brennenden Osterfeuer. Seine Geschwister hatten nicht so viel Glück.