Vogelfütterung im Winter ist wichtig.

Ganzjährige Vogefütterung? Eine kontroverse Diskussion

Es mehrt sich die Zahl der Experten, die eine ganzjährige Vogelfütterung empfehlen.

Grund ist die durch den Menschen veränderte Landschaft. Vögel finden weniger Insekten, Unkrautsamen, Würmer usw.

Prof. Dr. Peter Berthold ist als "Vogelpapst" leidenschaftlicher Befürworter der Ganzjahresfütterung als Akutmaßnahme gegen das Vogelsterben. Auf lange Sicht müssen den Vögeln aber ihre natürlichen Lebensräume durch Renaturierung und das Anlegen von Biotopen zurückgegeben werden.

Der NABU äußert sich skeptisch: hier Ganzjahresfütterung sei kein Mittel gegen Vogelschwund. Vogelfütterung im Garten erreicht selten mehr als 10 bis 15 Vogelarten. Diese haben stabile oder wachsende Populationen, keine ist in ihrem Bestand gefährdet.

Vögel haben unterschiedliche Bedürfnisse. Die einen haben kräftige Schnäbel um Samen zu knacken, andere haben spitze Schnäbel, um eher Weichfutter zu sich zu nehmen.

So können Finken und Sperrlinge als Körnerfresser mit ihrem kräftigen Schnabel Sämereien gut knacken. Für sie sind Futtermischungen aus Sonnenblumenkernen, Hanf, Weizen gut geeignet.

Weichfutterfresser sind z.B. Rotkehlchen, Zaunkönig oder Amseln. Sie fressen gern tierische Kost oder nur sehr feine Sämereien. Für sie ist käufliches Fettfutter geeignet, dass meist Haferflocken, Mohn, Kleie eventuell Rosinen enthält. Rosinen, die sehr gern genommen werden, sollten ungeschwefelt sein. Bei mir liegen immer einige aufgeschnittene Äpfel unter der Futterstelle. Damit können manche Vögel schon ihren täglichen Flüssigkeitsbedarf decken.

Im Handel werden Fett-Körner-Mischungen (Meisenringe, Meisenknödel) angeboten, die von vielen Vögeln gern angenommen werden. Man kann sie aus Rindertalg (ungesalzen!) vom Schlachter günstig selbst herstellen. Der Talg schützt die Körner vor Feuchtigkeit und ist sehr nahrhaft für die Vögel, besonders für diejenigen, die sich eigentlich von tierischem Eiweiß ernähren.

Talgknödel selber machen

Es ist eine schöne Möglichkeit,  seine Kinder oder Enkel an die Vogelwelt heranzuführen. Ein beliebtes Futter ist ein Gemisch aus zwei Teilen ungesalzenen Rindertalg bzw. Pflanzenfett und einem Teil Weizenkleie.

So geht's:

  • Das Fett erhitzen.
  • Nach dem Schmelzen die Weizenkleie oder andere Sämiereien dazu mischen.
  • Damit die Masse auch bei Kälte nicht zu hart und brüchig wird, können Sie einen Schuss Salatöl hinzugeben.
  • Die Masse lässt sich dann in Tontöpfe oder halben Kokosnussschalen einbringen in deren Wasserabzugsloch man einen Ast steckt. Am oberen Ende des Astes kann der Blumentopf aufgehängt werden, am unteren halten sich die Meisen beim Fressen fest. Achtung: Wenn die Masse noch zu flüssig ist, fließt sie gern aus dem Loch heraus ...
  • Wenn Sie 5-6 Teile Talg auf 1 Teil Weizenkleie nehmen, können Sie die gießfähige Masse für Baumläufer, Schwanzmeisen und Spechte an die rissige Borke alter Bäume streichen.
Nach dem Fressen gern noch einen Schluck Wasser aus meinem Gartenteich.

Nach getaner Arbeit schicken Sie mir bitte ein Bild.

Viele weitere Informationen rund um die Vogelfütterung finden Sie hier:

https://www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-garten/richtig-fuettern/

Zutaten bekommt man in jedem Baumarkt oder auch im Lebensmitteleinzelhandel. Im Internet vielleicht hier:

https://www.vogeltreff24.de