Lebensraum Knick

Knicks in Schleswig-Holstein

Titelblatt der Struensee-Verordnung über Knickanlage von 1771. Knicks dienten als als Feldbegrenzung, Schutzwehren gegen größere Wildtiere, als Landwehr gegen feindliche Angreifer und nebenbei als Brennholzlieferant.

Knicks (auch Över oder Wallhecke) ist eine Bezeichnung für von Gehölzen bewachsene, meist künstlich errichtete Erd-, Stein- oder Torfwälle in Mitteleuropa. Sie sind als Einfriedung und Grenzmarkierung weit verbreitete landschaftsprägende Elemente der Kulturlandschaft. Die durchschnittliche Höhe eines Walls beträgt etwa einen Meter, die durchschnittliche Breite bei Erdwällen etwa zwei Meter.

In Schleswig-Holstein werden die Knicks heute durch § 30 Bundesnaturschutzgesetz i. V. m. § 21 Abs. 1 Landesnaturschutzgesetz[3] geschützt.

Ziel ist es, eine Knickdichte von 60 laufenden Metern je Hektar in landwirtschaftlich geprägten Gegenden zu erhalten.

Häufig werden Knicks aus Haselnusssträuchern, Faulbaum, Weißdorn, Schlehe, Brombeere, Hainbuchen gebildet. Sie gelten als artenreicher Lebensraum, wirken durch ihre große biologische Vielfalt weit in die Landschaft hinein.

Eine weitere sehr wichtige Funktion ist der Windschutz gegen Austrocknung, gegen Abtrag der obersten Erdschicht und damit verbunden auch die Veränderung des Kleinklimas ähnlich derjenigen an einem Waldrand. Im Winter vermindern sie Schneeverwehungen.

Als Schutz gegen Wildverbiss wurden vielfach auch Dornensträucher wie Heckenrosen, Brombeeren, Weißdorn und Schlehdorn gepflanzt. Diese wurden alle paar Jahre kreuzweise übereinander gefällt, so dass aus Totholz und Aufwuchs eine für das Vieh nur schwer zu durchdringende Barriere entstand. Ein so gepflegter Knick ähnelt schon fast einer Benjeshecke.

Benjeshecken oder Totholzhecken sind Hecken, die durch linienhafte, lockere Ablagerungen von hauptsächlich dünnerem Gehölzschnitt, wie Ästen und Zweigen, durch Samenanflug oder Initialpflanzungen entstehen. Hermann Benjes beschrieb dieses Vorgehen Ende der 1980er Jahre. Benjeshecken bieten Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung, so dass diese mit ihrem Kot oder ihren Nahrungsdepots das Aussamen von Gehölzen beschleunigen sollen. So "pflanzen" sich Vögel genau die Bäume und Sträucher, die ihre Art später benötigt.


Für die Natur machen diese Hecken und Knicks nur einen Sinn, wenn sie nicht durch abgewehte Spritzmittel kontaminiert werden.