Als Wildbienen bezeichnet man sämtliche Bienenarten Ausnahme der Honigbienen. Es gibt etwa 30.000 unterschiedliche Wildbienenarten auf der Erde, in Deutschland sind gut 580.

rotpelzige Sandwespe

Die Arten unterscheiden sich optisch durch Größe, Färbung oder Musterung und  zeigen Längen zwischen 1,3 - 30 Millimetern.

Die bevorzugten Nahrungspflanzen und Nistplatzanforderungen sind sehr unterschiedlich. Viele solitär (allein) lebende Wildbienen sind auf eine einzige Pflanzenart angewiesen.

Sie benutzen unterschiedliche Materialien zum Nestbau; 75 % nisten im Boden.

  • 95 % der Wildbienenarten leben solitär. Die Bienen legen in geeignetem Material Brutzellen an. Die gesammelte Nahrung dient anschließend nur zu einem kleinen Teil der Deckung des eigenen Bedarfes. Vielmehr lagert die Biene die Nahrung in einer Brutzelle an, in die sie, wenn ausreichend Nektar und Pollen angesammelt sind, ein Ei ablegt. Daraufhin verschließt die Biene das Gelege mit einer Trennwand aus Lehm u. a.
  • 5 % der Wildbienenarten leben kollektiv. Die bekannteste Gruppe, bestehend aus Hummeln und den teilweise (nur wenige Arten) domestizierten Honigbienen betreiben im Gegensatz zu Solitärbienen Brutpflege; sie versorgen und füttern ihren Nachwuchs, wenn dieser schlüpft und treten mit ihm in Wechselwirkung.

Mit meinen Hummelkästen habe ich unterschiedliche Erfolge. In drei Jahren wurden sie von 3 Hummelvölkern angenommen, zweimal hatte ich auch Hornissen im Holzbetonkasten.



Ernährung von Wildbienen

 

Neben geeigneten Nistplätzen bzw. Niststrukturen sind die Nahrungspflanzen entscheidend für den Fortbestand unserer Wildbienen; für manche Solitärbienen ist die Futterpflanze, auf die sie sich jeweils spezialisiert haben, sogar das vorrangige Kriterium. Bindungen an bestimmte Blumenarten gelten immer dem Blütenpollen. Nektar hingegen wird an vielen Blütenpflanzen gesammelt, ihre Nutzung wird allerdings durch die Blütenform begrenzt: Kurze Rüssel passen nicht in lange Kronröhren ...
    Wer auf seinem privaten Grundstück oder der Schutzfläche eines Naturschutzvereins Blütenpflanzen ansiedeln möchte, sollte mit ein paar Vorüberlegungen beginnen:

  • Die Blüte einer anzusiedelnden Pflanzengemeinschaft sollte sich nicht auf wenige Wochen beschränken, sondern über einen möglichst langen Zeitraum erstrecken, um möglichst viele, auch Bienenarten mit einer zweiten Flugzeit zu unterstützen.
  • Eine käufliche Wildblumenmischung nützt vielen Bienenarten; sie sollte nur Samen heimischer Arten enthalten – und sie ist für fette, nährstoffreiche Böden ungeeignet.
  • Nützlich sind auch weitergehende Kenntnisse der gewünschten Pflanzen, etwa: Blühen sie schon im ersten Jahr oder nur jedes zweite? Vermehren sie sich nur durch Samen?
  • Ungeeignete weil nährstoffreiche (überdüngte) Böden lassen sich nur sehr langfristig durch Ausmagerung (= Mähen, Abräumen des Mähguts, keine Düngung) in artenreiche Magerwiesen umwandeln. Schneller geht's durch das aufwendige Abtragen der oberen Bodenschicht und das Untermischen von Sand oder – für kleine Flächen – den Einsatz einer "Blumenmatte", die den mageren Oberboden vom Erdreich darunter trennt.

Gärtner und Versandhändler für Wildpflanzensamen verwenden einige botanische Begriffe, die man kennen sollte. Zu den wichtigsten Begriffen bzw. Kategorien sind anschließend die häufigsten Arten aufgelistet:

  • Krautige Pflanzen haben kein Dickenwachstum, sie verholzen also nicht. Es  gibt einjährige, zweijährige und mehrjährige sowie ausdauernde krautige Pflanzen:
  • Einjährige  Pflanzen sind krautige Pflanzen, die in nur einer Vegetationsperiode keimen, wachsen, Blüten bilden und nach der Befruchtung neue Samen reifen lassen und dann absterben, also vertrocknen oder verfaulen; sie überleben also die vegetationslose Jahreszeit  nur in ihren Samen.
  • Zweijährige Pflanzen sind ebenfalls krautige Pflanzen. Ihr Lebenszyklus  umfaßt zwei Vegetationsperioden, also in der Regel zwei Jahre: Im ersten Jahr nach der Keimung bilden sie nur Wurzeln und Blattwerk aus und speichern Nährstoffe, um dann in der zweiten Vegetationsperiode  Blüten und Früchte zu bilden; anschließend sterben sie.
  • Mehrjährige Pflanzen werden älter als zwei Jahre, blühen und fruchten währenddessen aber nur ein einziges Mal und sterben dann.
  • Als ausdauernde  Pflanzen bezeichnet die Botanik Pflanzen, die mehrere, oft viele Jahre alt werden und währenddessen mehrmals, in der Regel jährlich, blühen.
  • Stauden sind  krautige Pflanzen, deren oberirdische Teile anders als bei Bäumen und Sträuchern nicht verholzen, sondern krautig weich bleiben und grundsätzlich nach jeder Vegetationsperiode absterben. Stauden überdauern vegetationslose Zeiten je nach Art in Form von Rhizomen, Knollen, Zwiebeln, Ausläufern und ähnlichen Wurzelspeicherorganen.
  • Kletterpflanzen bilden keine stützenden Strukturen (Stämme, Stengel) aus, sondern nutzen statt dessen eine kletternde Wuchsform für das Wachstum in Richtung Sonne. Kletterpflanzen können ein-, zwei-, mehrjährige oder ausdauernde krautige oder verholzende Pflanzen sein.
  • Bäume sind  Gehölze mit einem dominierenden Trieb (Hauptachse, Stamm), der während des Wachstums auch seinen Umfang durch sekundäres Dickenwachstum vergrößert und in jeder Vegetationsperiode einen "Jahresring" anlegt. Das sich erneuernde Gewebe (Kambium) ist durch eine Schicht aus abgestorbenem Gewebe, also die Rinde, geschützt. Großkronige Bäume und Sträucher sind aufgrund ihrer großen Blütenzahl je Pflanze für Bienen sehr wichtig.
  • Sträucher sind Gehölze ohne die für Bäume typische Hauptachse; sie knospen an der Basis ihrer Jahrestriebe. Einige Straucharten können beachtliche Höhen erreichen, die man kennen und bei der Gartenplanung mit berücksichtigen sollte

 

 

Die Ideen wie man Hummeln helfen kann ...

 

Alles echt: Alle unten genannten Ideen wurden irgendwo schon einmal umgesetzt:

  • Blühwiesen: In Kreisverkehre, Rasenflächen und Wegränder Blühmischungen einbringen und blühende Wiesen schaffen.
  • Mähen: Flächen nur 1x im Jahr mähen. Zugegeben – auf mancher Wiese blüht eh nichts. Aber ein Kreiselmäher zerstört bodennahe Nester von Hummeln, gerade der seltenen Arten. Muss das Mähen auf städtischen Flächen überhaupt sein?
  • Saatbomben mit Kindern basteln.
  • Saatguttütchen verteilen.
  • Flaschen mit 10mL Zuckerwasser verteilen. Passt in die Handtasche und dient dazu, erschöpfte Hummel aufzupäppeln (einen Tropfen neben die Hummel geben).
  • Hummelkästen bauen und öffentlich vorstellen.
  • Landwirte: Auf Brachflächen und Feldrändern blühende Wiesen anlegen (Subventionen: 300 Euro/ha Brachfläche; bei Feldrändern mehr). Mittlerweile ein Problem: Spaziergänger, die Blumen für die heimische Vase pflücken. Der Landwirt muss dann einen Teil der Subventionen zurück zahlen. Daher werden auch Pflanzen ausgesät, die sich nicht für die heimische Vase eignen, z.B. Phacelia.
  • Vorträge über Hummeln halten.
  • Bestimmungskurse zu Hummeln abhalten, Kurse mit Hummelpflanzen durchführen
  • Im Landkreis abstimmen: Verzicht auf Neonicotinoide.
  • Offene Gärten mit Hummelbeeten.
  • Begrünte Dächer mit Hummelpflanzen.
  • Mähgut einsammeln und kompostieren, um Rasenflächen nährstoffärmer zu machen. Das fördert Wildblumen.
  • Insektenlehrpfad und „grünes Klassenzimmer“
  • Für Kinder: Junior-Ranger-Pässe. Werden mit Stempeln gefüllt, wenn Wissenseinheiten bearbeitet wurden.
  • Foto-Exkursion zu Insekten.

Was macht denn Ihre Gemeinde oder Ihr Verein?

 

Hornissen

1 Die Hornisse frisst. 2 Die Hornisse bemerkt mich. 3 Sie beobachtet mich. 4 Keine Gefahr, also weiterfressen.

Hornissen ernähren sich größtenteils von anderen Insekten, auch Wespen. In sehr seltenen Fällen fressen Hornissen auch Aas, bevorzugen in der Regel aber lebende Beute. Die Beute eines mittelgroßen Volkes von etwa 300 bis 400 Tieren wird mit einem halben Kilogramm je Tag der Hochsaison (Sommer) angegeben. Darüber hinaus bevorzugen sie kohlenhydratreiche Nahrung in Form von süßen Säften wie beispielsweise Baumsäfte von Eichen oder Eschen, gärendes Fallobst und Blütennektar. Hier trifft es meine leckeren Birnen. Die Hornisse bemerkt natürlich sofort meine Kamera. Vielleicht kennt sie mich, sie wohnt in meinem Hornissen-Nistkasten, der eigentlich für Hummeln bestimmt war. Sie frisst weiter ...

Inzwischen habe ich auch das Hornissennest gefunden. Es ist in unserer hohen Kiefer in einem Waldkauzkasten. Es hatte mich schon gewundert, warum der Kauz nicht mehr da ist. ...

In mehreren Schleiereulenkästen haben wir in diesem Jahr ebenfalls Hornissen vorgefunden. Immer wieder interessant, wenn man hoch auf der Leiter stehend den Kasten öffnet und ein lautes Summen beginnt ...



Links





1

http://www.wildbienen-kataster.de/

Ziel des Wildbienen-Katasters ist   

  • die kontinuierliche, systematische Archivierung und Verwaltung aller verfügbaren faunistischen und ökologischen Daten der ca. 460 bekannten Wildbienenarten Baden-Württembergs auf der Basis eines computergestützten Datenbankmanagementsystems       
  • eine stetige Aktualisierung und Qualitätsprüfung des Datenbestands und dieBereitstellung der Daten für:
    - Publikationen aktueller Nachweiskarten von Wildbienenarten
    - Fortschreibung der Roten Liste der Wildbienen Baden-Württembergs
    - Forschungsarbeiten zur Verbreitung, Ökologie und Biologie der Wildbienenarten
    - Naturschutzzwecke

2

http://www.wildbienen.de/

Wenn Sie schon etwas gesurft und auf der einen oder anderen Seite geschmökert haben, fragen Sie sich vielleicht: Wie kommt jemand dazu, "nur" über Wildbienen eine Website zu erstellen, die Anfang 2018 ca. 5.250 Dateien umfaßt und immer noch ergänzt wird?
Hier finden Sie die Antwort.

3

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/bienen/13704.html

Tipps für Nisthilfen

4

https://www.sielmann-stiftung.de/wildbienen/

informativ

5

https://www.hummelfreund.com/

Dies ist eine Seite für Hummelfreunde die sich mit Hummeln beschäftigen und diese bewusst ansiedeln.

6

http://www.wildbienen.de/wbs-fpfl.htm

Wer auf seinem privaten Grundstück oder der Schutzfläche eines Naturschutzvereins Blütenpflanzen ansiedeln möchte, sollte mit ein paar Vorüberlegungen beginnen

sehr viele Pflanzenvorschläge

7

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/naturschutz-im-garten/insekten/24004.html?utm_source=Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=KW10_garten

Mehrere Artikel rund um das Hummelleben

8

https://www.naturgartenfreude.de/wildbienen/

Insektenhotels u.v.a.

9

https://www.book2look.com/vBook.aspx?id=9783895663581&euid=247141&ruid=0&referURL=Desktop

Buch zum Thema Nisthilfen

10

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten-helfen/00959.html

Insektenhotels bauen


Literatur zu Bienenweidepflanzen

Im Internet gibt es auch die eine oder andere Information.

  • "Bienenweide" von Günter Pritsch, Kosmos Verlag (Kritik lesen)
  • Mein Bienengarten: Bunte Bienenweiden für Hummeln, Honig- und Wildbienen von Elke Schwarzer