Galluse ist Mitglied im Vorstand des Vereins "Eulenschutz in SH e.V." . Er ist dort für die Uhus im Land im Rahmen des Artenhilfsprogramms der Landesregierung SH zuständig. Für diese Aufgabe wurde er im März 2018 von der Mitgliederversammlung einstimmig für 3 Jahre  gewählt. Diese ehrenamtliche Aufgabe nimmt er wahr. Da es zu Unstimmigkeiten im Vorstand über die weitere Eulenschutzarbeit des Vereins gekommen ist, sieht galluse seine Aufgabe zunehmend auch darin, die Vereinsmitglieder zu informieren.

Der Verein wurde 1981 zum Schutz unserer heimischen Eulen gegründet. Er führt mit finanzieller Unterstützung der schleswig-holsteinischen Landesregierung Artenschutzprogramme für den Rauhfußkauz, den Sperlingskauz, den Steinkauz, die Schleiereule und den Uhu durch.

Damit trägt der Verein Eulen-Schutz in Schleswig-Holstein e.V. ganz wesentlich zur Erfüllung der Verpflichtungen bei, die sich aus den europäischen Naturschutzrichtlinien (FFH und EG-Vogelschutzrichtlinie) ergeben.

Galluse hat in diesem Jahr einen Bericht über den Uhu für den Jahresbericht der Landesregierung "ZUR BIOLOGISCHEN VIELFALT" erstellt. Er tat dieses,  weil er im Juli von seinem 1. Vorsitzenden dazu aufgefordert worden ist. Seit der Bericht ab Anfang September 18 der Landesregierung vorliegt, soll verhindert werden, dass er im Jahresbericht erscheint. Warum? Das erschließt sich galluse nicht.

Diese Jahresberichte zur Biologischen Vielfalt im Lande SH sind interessant und im Internet einsehbar: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/A/artenschutz/as_07_Jahresbericht.html

Nach meiner Information wurde der Verein unter Leitung von Herrn Asmussen 1981 gegründet, um das Wiedereinbürgerungsprogramm für den Uhu zu starten und zu begleiten. Dieses Programm wurde im Grunde im Jahre 2002 erfolgreich abgeschossen. Über die  weitere Ausrichtung des Vereins wurde intensiv gestritten. Herr Asmussen verließ im Groll den Verein und gründete einen Parallelverein.

Jeder, der einen Verein erfolgreich leiten will, muss zunächst einige Dinge lernen. Ein Verein ist demokratisch aufgebaut. Nach Vereinsrecht gilt (für alle Vereine gleich, egal ob Bayern München, ADAC oder Schützenverein): Die Macht geht von den Mitgliedern aus. Die Mitgliederversammlung ist der Souverän. Sie wählt sich ihren Vorstand nach ihrer Satzung. Für den Vorstand ist die Satzung des Vereins verbindlich.

Ist ein Verein gemeinnützig, was viele Vorteile mit sich bringt, so gelten Regeln, an die sich Vorstand und jedes Mitglied zu halten hat. Diese Regeln stehen auch in der Satzung.

Die Satzung des Vereins finden Sie hier.

Beringung von Uhus

Einige Mitglieder im Verein beringen Eulen. Galluse ist Mitglied im Verein PRORING und hat deshalb in der Vogelwarte Helgoland angefragt, welchen Sinn die Beringung von Eulen (Vögeln) heute noch macht. Helgoland ist diesbezüglich für SH zuständig. Auf eine Antwort wartet Galluse (Leiter des Artenhilfsprogramm des Landes SH für den Uhu) noch heute.

  • Wir haben heute zahlreiche Möglichkeiten, Vögel zu besendern. Dazu wird u.a. das dichte Handynetz verwendet. Ebenso, wie jeder den Aufenthaltsort seines Kindes oder Partners heute über das Handy bestimmen kann, lassen sich auch Vögel mit kleinen Sendern beladen und so gewinnt man wertvolle Daten über die täglichen Aufenthaltsorte des besenderten Vogels.
    Zur Zeit werden gerade im Rahmen eines Werksvertrages mit der Firma BioConsult SH, Husum, einige Uhus im Norden SH gefangen und mit GPS-Sendern versehen. Projektleiter ist der Biologe Thomas Grünkorn. Die so anfallenden Daten geben uns Informationen über die Raumnutzung des UHUs während des ganzen Jahresverlaufs. Die Datendichte ist veränderbar. Der Schwerpunkt der Datenerhebung liegt in der Brutzeit der Vögel.
  • Das System Icarus. Icarus ist eine internationale Kooperation zur Beobachtung von Tieren aus dem Weltraum (International Cooperation for Animal Research Using Space). In ihr arbeiten Wissenschaftler mit dem Ziel zusammen, ein satellitengestütztes System zur Beobachtung kleiner Tiere wie zum Beispiel Vögel, Fledermäuse oder Wasserschildkröten zu entwickeln. Mit Icarus wollen Wissenschaftler mehr über das Leben der Tiere auf der Erde herausfinden: auf welchen Routen sie wandern und unter welchen Bedingungen sie leben. Diese Erkenntnisse dienen der Verhaltensforschung, dem Artenschutz und der Erforschung der Ausbreitungswege von Infektionskrankheiten bis hin zur Vorhersage von ökologischen Veränderungen und Naturkatastrophen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier: http://www.orn.mpg.de/ICARUS_de

 

 Jeder Eingriff (Beringung, Besenderung) birgt Risiken für das Tier. Es muss gefangen werden, der Eingriff muss vorgenommen werden, das Tier muss mit dem Ring oder dem Sender leben können.

Das deutsche Tierschutzgesetz beginnt so:

Tierschutzgesetz
§ 1 

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Tierschützer und Tierrechtler kritisieren das Tierschutzgesetz auch weiterhin nach der geplanten Reform, für das Zufügen von Schmerzen oder gar das Töten von Tieren gäbe es keinen vernünftigen Grund. Oberflächlich betrachtet scheint die Reform zu Verbesserungen beizutragen, intensivere Begutachtungen zeigen jedoch, dass teilweise das Gegenteil bewirkt wird. Qualzüchtungen für Haus- und Massentierhaltung sind weiterhin an der Tagesordnung, ebenso wie Amputationen von Ringelschwänzen, Schnabelspitzen oder beispielsweise Zehengliedern, die ohne Betäubung erfolgen. Nachdem das Verbot von Wildtieren in Zirkussen geplant war, wich man nun darauf aus, dass erhebliche Leiden bei den Tieren bewiesen werden müssen und es keine andere Möglichkeit geben darf, das Leid der Tiere auf ein „vertretbares Maß“ zu reduzieren. Des Weiteren müssen Tierversuche, die zu Bildungszwecken durchgeführt werden, nicht, wie von der EU-Tierversuchsrichtlinie vorgeschrieben, von einer Ethikkommission genehmigt werden, lediglich die Anmeldung ist vorgeschrieben. Tierversuche für wissenschaftliche Zwecke und für Organentnahmen sind  durch die Tierversuchskommission zu genehmigen.

 

Europäisches Recht klingt ähnlich. Eulen (besonders der Uhu) sind die am strengsten geschützten Vögel in Europa überhaupt. Der Uhu geniest z.B. einen strengeren Schutz als der Seeadler.

Das Problem

Was ist ein vernünftiger Grund? Das kann jeder Mensch, Anwalt, Richter für sich selbst herausfinden. Allerdings gibt es zu jedem Gesetz Erläuterungen.

Die im §1 TSchutzG benutzten Begriffe "Wohlbefinden", "Schmerzen", "Leiden" und "Schäden" dienen in erster Linie der Beschreibung menschlicher Wahrnehmungen und Erfahrungen.

Die Verwendung der Begriffe im Deutschen Tierschutzgesetz macht zwingend eine Übertragug dieser Begriffe auf Tiere erforderlich, was ein ausgesprochen schwierig ist.

Eine Lösungsmöglichkeit

Mir liegen zahlreiche Bilder wie diese vor:

Beringung eines Uhus (Bad Segeberg) mit einer Baumarktzange, galluse war anwesend.

Mit einer Baumarkt Rohrzange lassen sich die Ringe wohl nicht passgenau schließen. Die Folgen sind dann, dass sich die Uhus mit den Ringen verfangen. Teilweise ihr Todesurteil, sicher jedoch immer unendliche Qualen.

Diese Bilder zeigen 2 Beringungsopfer, die von einem Mitglied aus unserem Verein beringt worden sind. Die Beringung erfolgt mit einer Wasserpumpenzange aus dem Baumarkt. Da es dunkel war, führen lange Belichtungszeiten zu verwischten Bildern.

Wenn sich herausstellt, dass, wie ich denke, die Beringung des Uhus in SH keine neuen Erkenntnisse mehr bringt, möchte ich diese Beringung sofort einstellen lassen.



Der Mensch im Naturschutz

  •  soll nicht maulen, sondern den Mund auftun.
  • darf sich nicht vor Mehrheiten fürchten.
  • weiß, dass Positionen gegen den Naturschutz politische Dummheiten sind.
  • weiß, dass schon ein Koch den Brei verderben kann.
  • weiß, dass die Schafe in der eigenen Herde schlimmer sein können als die Wölfe draußen.
  • sollte eher gefährlich als ängstlich sein und darf nicht normal, sondern muss überdurchschnittlich sein.

Prof. Dr. Wolfgang Erz, Eulen- und Naturschützer (1936-1998)


 

In diesem Zusammenhang ist das Vorwort im neuen BIRDLIFE-Newsletter interessant. Thema: Du erntest, was du säst. (hier lesbar)