Hochwissenschaftliche und pseudowissenschaftliche Veröffentlichungen sind oft unlesbar. Deshalb reduziere ich didaktisch. Bei den Literaturstudien fiel mir auf, dass sich Untersuchungen aus Thüringen, Süddeutschland und SH sehr ähnlich waren. Geändert haben sich die Beutetiere eher über die Jahrzehnte, z.B. weniger Feldhamster heute.

Der Uhu frisst als Greifvogel, der in der Nahrungspyramide ganz oben steht, eigentlch alles, was er erjagen kann. Dazu gehört auch Aas. Folgende Beutetiere wurden in zahlreichen Untersuchungen, Rupfungsauswertungen oder Gewöllanalysen nachgewiesen.

Bei Eulen werden unverdaulichen Bestandteile der Nahrung im Magen zu Gewöllen geformt und anschließend ausgewürgt. Die Speiballen können dann viele Haare, Federn und Knochen enthalten. Man kann auch Chitinteile von Käfern in Gewöllen finden. Sind z.B. kleine Stücke von Flügeldecken mit Knochen von Igeln, Fledermäusen oder auch Fröschen vergesellschaft, ist es denkbar, dass sie eventuell Beutetiere der von den Uhus erbeuteten Insektenfresser waren.

Säugetiere

Vögel

Sonstiges

Mäuse aller Arten

Sperlingsvögel
(Zaunkönig bis Rabe)

Frösche

Wühlmäuse

Spechtvögel

Lurche

Schermäuse (Wühlmäuse)

Rallen

Eidechsen/Blindschleichen

Bisamratte

Taucher

Schlangen

Fledermäuse

Möwen

Fische

Maulwürfe

Taubenvögel

Käfer

Ratten

Greifvögel (bis bussardgröße)

Würmer

Schläfer

Entenvögel


Hamster

Eulen


Eichhörnchen

bei Nahrungsknappheit durchaus
auch mal das schwächste Junge


Igel

Graureiher


Kaninchen

Rabenvögel/Elster


Marder

Hühnervögel


Hasen

Kormoranvögel


Rehkitze



Fuchs



Katze



Waschbär



Wildschwein (Frischling)









Uhus passen sich ihrem Lebensraum an und erbeuten die Tiere, die leicht zu schlagen sind, insbesondere kranke Individuen. Von manchen Tieren weiß man nicht, ob der Uhu sie geschlagen oder Unfallopfer bzw. natürlich gestorbene Tiere zum Horst gebracht hat.

Je nach Nahrungsverfügbarkeit jagt der Uhu alles, was ihn vor den Schnabel kommt. Dabei kann er sich auch spezialisieren z.B. auf Igel, Fasane, Bussarde usw., aber eben nur, wenn es von der Art sehr viele gibt.

Je nach Lebensraum kann man abschätzen, dass die Uhu-Nahrung zu

  • 60 % aus Säugetieren
  • 40 % aus Vögeln

besteht. Lurche, Kriechtiere und Fische fallen nicht ins Gewicht.

Hauptbeutetiere sind dabei Mäuse, Ratten, Igel, Krähen und Tauben.

Eine Uhufamilie hat etwa folgenden täglichen Nahrungsbedarf

Altuhu 1    300 g
Altuhu 2    300 g
Junguhu    250 g


Diese Graphik ist eine Abschätzung. Brutbeginn, Schlüpfen, Verlassen des Nestes geschieht fließend. Für die Gesamtaussage ist das unbedeutend.

In dieser schematischen Abbildung wird die Nahrungsaufnahme jeweils bis zu einem Zeitpunkt addiert. Unberücksichtigt bleibt, dass die Junguhus nach Verlassen der Familie weiter fressen.

Nahrungsaufnahme über das Jahr

Uhupaar      219 kg

Uhujunges in der Familie  38 kg

Unsere Beispielfamilie, Uhupaar mit 3 Jungen, also etwa 333 kg Beutetiere.

Eine Maus wiegt etwa 19 g

Eine Ratte etwa 230 g

Taube 200 - 500 g

Krähe 500 g

Igel  800 g

Tier

Lebendgewicht Durchschnitt

Anzahl, die eine Uhufamilie pro Jahr

zu ihrer Ernährung bräuchte

Maus

19 g

333000/19 = 17526

Wühlmaus

150

333000/150 = 2220

Ratte

230 g

333000/230 = 1448

Taube

400 g

333000 /400 = 833

Krähe

500 g

333000/500 = 666

Igel

800 g

333000/800 = 416


Die Abschätzung einer möglichen Kombination wäre in einem durchschnittlichem Uhurevier

   4   Igel                 2800 g
  15  Tauben            6000 g
  10    Krähen           5000 g
200   Ratten          46 000 g
1000 Schermäuse 150 000 g
6484 Mäuse         123 200 g

Das würde bedeuten, dass das Uhupaar im Jahr 7713 mal erfolgreich jagen müsste, also 21 mal pro Nacht, jedes Elternteil also 10mal.

Wenn Sie es besser wissen, schreiben Sie mir.


Jagdweise des Uhus

Bei dem Uhu sind die Ansitzjagd und die Pirsch als Jagdarten zu beobachten. Auch Rüttlflug wurde selten beobachtet. Beutegreifen durch Nachlaufen kann man sehen, Würmer und Käfer werden eingesammelt. An der Wasseroberfläche lebende oder tote Fische werden im Vorbeiflug aufgenommen.

Ansitzjagd erfolgt von größeren Ästen, Felsvorsprüngen, Zaunpfählen, Strohballen, Masten, Dächern, Verkehrsschildern, usw.

Uhus können durchaus andere Vögel im Fluge erbeuten. Häufiger fliegen sie jedoch dicht über dem Boden, um dort Beutetiere zu ergreifen. Kleinere Tiere werden dabei mit einem Fang, größere mit beiden Fängen ergriffen und anschließend mit gezieltem Bissen getötet. Anschließend zerwirkt er die Beute mit seinem "Reißhaken-Beißschnabel".


Mein erstes vorsichtiges Fazit:

Obwohl man als Mensch/Jäger/Naturschützer sicher dem einen oder anderem Beutetier nachtrauert, glaube ich, dass der Uhu ein wichtiger Regulator in seiner Umwelt für die Natur ist. Ihn abzuschießen ist unwaidmännisch, außerdem extrem strafbar. Es kommt heraus, auch wenn man ihn vergräbt.

Wenn es in einem Revier seltene Vogelarten gibt (Kleineulen), könnte man zumindest Uhu - Nisthilfen entfernen.

 


Meinungen

Wenn ich ein Uhu mit Familie wäre, würde ich

  • lieber ein Kaninchen (1800 g) erbeuten als 95 (1800 g) Mäuse.
  • Lieber einen Fasan (1000 g) als 53 Mäuse
  • Lieber eine Ratte als 12 Mäuse

obwohl Mäuse besser zu schlucken sind und nicht erst ausgezogen werden müssen.