Der Uhu in Schleswig-Holstein
ein erfolgreiches Artenschutzprogramm

Bis etwa 1870 gab es in Schleswig-Holstein ein Uhuvorkommen. Starke Verfolgung durch Jagd und Zahlung von Prämien für die Fänge (Füße) erlegter Vögel führten zu seiner weitgehenden Ausrottung in Norddeutschland.
In den 1960er Jahren wurden in Nordrheinwestfalen und Rheinland-Pfalz erste Zucht- und Auswilderungsprogramme begonnen. Auch in Niedersachsen im Harz. Regional mit Erfolg.
Als Vorversuch wurden 1980/82 die ersten zehn, telemetrisch überwachten, Uhus in Schleswig-Holstein ausgewildert . Es wurden dann bis zum Jahre 2002 671 weitere Junguhus in Gehegen großgezogen und ausgewildert.

Daten vom LANDESVERBAND EULEN – SCHUTZ IN SCHLESWIG-HOLSTEIN e.V.

Neu gegründet und mit der Wiedereinbürgerung des Uhus in Schleswig-Holstein beauftragt wurde der „LANDESVERBAND EULEN – SCHUTZ IN SCHLESWIG-HOLSTEIN e.V.“ Die Landesregierung unterstützt bis heute dieses Artenhilfsprogramm.

Im Jahr 2016 hat der Uhu das Land  wieder flächendeckend besiedelt und es werden ca. 450 Brutpaare geschätzt. Grundlage sind die bekannten Brutpaare für diese Hochrechnung.
Ursprünglich an Felswänden brütend, musste der Vogel sich in Schleswig-Holstein nach anderen Nistmöglichkeiten umsehen.

Wir finden ihn neben dem Kalksteinfelsen in Segeberg in Sand- und Kieskuhlen, aber auch in Kolkraben-, Greifvögel- und Reiherhorsten.

Uhu auf einem stillgelegten Saugbagger einer Kieskuhle mit 3 Nestlingen (2017)

Da diese Brutplätze nicht immer in ausreichender Zahl vorhanden sind, besonders nach den schweren Stürmen 2013, werden vermehrt Bruten am Boden getätigt. Hier ist die Verlustquote bei Junguhus größer, besonders seit vermehrt Wildschweine und Dachse auftreten. Deshalb bot der Landesverband einige Jahre spezielle Nisthilfen an, die meist sehr schnell angenommen wurden. Heute werden diese Nisthilfen nur noch erneuert.
Die Verlustrate kann in den ersten beiden Lebensjahren der Jungvögel bis zu 70 % betragen. Todesursachen sind Anflüge an Zäune, elektrische Stromleitungen, Eisenbahn-Verkehrsunfälle und Anflüge an Fensterscheiben neben Verlusten durch Prädatoren (Dachs, Wildschwein). Untersuchungen legen  nahe, dass hin- und wieder auch Uhus rechtswidrig abgeschossen werden.

Nisthilfe für den Uhu

 Wiederfunde beringter Uhus aus SH wurden auf der Halbinsel Jütland /DK, in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern in Polen, Niedersachsen und NRW gemeldet.
So ist das Artenschutzprogramm „Wiedereinbürgerung des Uhus in Schleswig-Holstein“ ein voller Erfolg.

Ähnliche Programme und Beobachtungen laufen in ganz Europa. Auf dieser Karte kann man sehr gut erkennen, dass unsere SH-Uhus ein Loch in der Mitte Europas schließen.