Weil mir schon wieder Schlechtigkeiten unterstellt werden: Ich kritisiere ausschließlich den Umgang mit jungen Uhus. Meines Erachtens verstößt das Verhalten einiger weniger  "Eulenschützer" gegen das Tierschutzgesetz. Aus egoistischen Motiven. Mit Eulenschutz hat das gar nichts zu tun. Deshalb möchte ich das beenden und distanziere mich von dieser Art der Selbstdarstellung.


Betreuer von Uhus - Artenhilfsprogramm in SH

Artenhilfsprogramme funktionieren besonders gut, wenn wir landesweit kompetente Ansprechpartner oder Betreuer anbieten können. Diese Ansprechpartner werden eine Gemeinschaft bilden, die sich untereinander über aktuelle Vorkommnisse informieren und sich so und auch anders weiterbilden. Fortbildungen können angeboten werden. Denn nur wer genug von der Tierart weiß, die er schützen möchte, ist auch in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Diese Seite der Homepage ist der Versuch, eine geeignete Gruppe von Ansprechpartnern Uhu zusammen zu stellen. Ich denke, dass unsere Uhu-Experten später auch bei anderen Eulen mit Rat und Tat weiterhelfen können.

Während sich in unserem Verein etwa 90 Betreuer um Schleiereulen kümmern, jeder für sich allein in seinem Gebiet, gibt es so ein System für die geschätzt 1000 Uhus in SH noch nicht. Es gibt einige Uhu-Beringer, die ihr eigenes Informationssystem aufgebaut haben. Sie sind +- 80 Jahre alt.

Vorbild für mich ist die NABU-Betreuerliste für den Weißstorch hier zu sehen

Unter der Tabelle stehen zunächst einige Regeln, an die wir uns halten wollen.

Alles nicht neu: Gute Vorab-Informationen erhält man aus Bayern. Für SH werde ich es wohl umschreiben: https://www.lbv.de/mitmachen/fuer-fortgeschrittene/uhu-horstbetreuer/


Borgwedel, 31.07.2018

Ansprechpartner Uhu (Eulen) Schleswig-Holstein


In diese Liste unten wird zunächst jeder aufgenommen, der sich bereit erklärt hat, in seiner Region als Ansprechpartner für den Uhu zur Verfügung zu stehen. Geplant ist zusätzlich ein monatlicher Rundbrief, in dem über Wissenswertes rund um den Uhu und andere Eulen berichtet wird. Die Informationen stammen von den Teilnehmern und aus Veröffentlichungen.

Es ist durchaus erstrebenswert, wenn sich vor Ort Ansprechpartner zusammen tun. Vieles ist zu zweit oder zu dritt einfacher.

Jeder in dieser Liste hat sich ausdrücklich bereit erklärt, dass seine Daten hier veröffentlicht werden und er über Rundschreiben informiert wird. Für andere Zwecke werden die Daten nicht verwendet.

Achtung: Wenn Sie eine Änderung Ihrer Daten wünschen, genügt eine Mitteilung an mich per Mail. Diese Daten dienen der Lokalisation und der (gegenseitigen) Kontaktaufnahme.

Die Organisation geschieht nur deshalb nicht auf der Vereinshomepage (http://www.eulen.de/ ), weil ich keinen Zugriff habe und die tägliche Aktualisierung nicht gewährleistet ist. Ich werde jetzt zeitnah die mir bekannten Eulenfreunde anschreiben, danach die Förstereien, Jagdverbände, ornitho.de und die Waldjugend. Ich denke, wir werden ein gutes Team zusammen stellen.

Die Mitarbeiter werden nach PLZ sortiert.

Name

PLZ

Ort

Kontakt

Bemerkung

Bussacker, Jan-Uwe

22926

Ahrensburg

0152-05658926;  Email


Gaedecke, Natascha

24259

Westensee

04305-9913404;  Email


Schäfer, Joana

24364

Holzdorf

04352-9590604;  Email


Lorenzen, Lars

24635

Daldorf

0176-20162997;  Email


Jäger, Jochen

24782

Büdelsdorf

04331/31271;     Email


Hahne, Herbert

24857

Borgwedel

04354-809825;   Email

lieber Mail als Anruf,
  Antwort umgehend


Regeln, an die wir uns halten wollen

(Diese Regeln (an ornitho.de angelehnt) sind ein Vorentwurf und teilweise veränderbar.)

Für alle Menschen sollte ein rücksichtsvolles Verhalten in der Natur selbstverständlich sein. Dieses gilt für alle Bereiche, in denen wir Vögel beobachten. Um das Interesse und die Akzeptanz für die Vogelbeobachtung in der Bevölkerung zu erhöhen, gehört ein verständnisvolles und positives Auftreten gegenüber interessierten Mitmenschen zum guten Ton.

  • Bei der Beobachtung und beim Studium der Vögel hat deren Schutz und der Schutz ihrer Lebensräume stets oberste Priorität.
  • Wir minimieren Störungen von Vögeln und Beeinträchtigungen ihrer Lebensräume, indem wir eine genügend große Beobachtungsdistanz einhalten, damit wir die Vögel nicht unnötig verschrecken. Insbesondere an Nist-, Rast-, Balz- und Nahrungsplätzen ist besondere Rücksicht geboten.
  • Wir schützen unsere Beobachtungen. Wir gehen nicht mit Gruppen zu den Nistplätzen von Uhus. Wir entnehmen keine Jungvögel dem Nest, um sie Kindergartenkindern oder anderen Personen in die Hand zu setzen. Wir respektieren unsere Uhus als Individuen und versetzen sie nicht in Todesangst. Uhus sind keine Kuscheltiere. 
  • Informieren Sie ggf. ein oder zwei Vertrauensleute, die die Brut diskret mitverfolgen können. (Der Eulentourismus an Nistplätzen von Uhus hat zugenommen. Meist aus egoistischen Gründen. Keiner dieser "Betreuer" kann gewährleisten, dass später die Familienmitglieder der Kindergartenkinder selbst private Erkundungen durchführen. Nicht umsonst sind Uhu-Beobachtungen bei ornitho.de geschützt.) Ich erlebe zunehmend, dass mir genaue Brutorte von Land- und Eigenjagdbesitzern nicht mehr genannt werden, weil sich einige Uhubetreuer in der Vergangenheit falsch verhalten haben. In der Presse und auch unserer Vereinszeitung gibt es zahllose Beispiele, die möglicherweise aus Unwissenheit noch positiv dargestellt werden.
  • Wir halten uns in jedem Fall an das Bundesnaturschutzgesetz, die jeweiligen Naturschutzgesetze der Länder und Schutzverordnungen, insbesondere in Schutzgebieten.
  • Wir respektieren die Rechte der Land- und Eigenjagdbesitzer, indem wir auf Straßen, Wegen und Pfaden bleiben und indem wir nicht mit Fahrzeugen Wege versperren. Wir sprechen uns mit den entsprechenden Personen ab.

 

 Zum Thema Beringung von Vögeln

Jeder Betreuer ist für sein Tun selbst verantwortlich, prägt aber auch das Bild unseres Vereins und aller Mitbetreuer. Eine Beringung von Vögeln ist ein starker Eingriff in ihr Leben, kann für den Vogel durchaus traumatische Folgen haben. Niemand weiß es. Nur vom Menschen selbst wissen wir, dass Erlebnisse in der Jugend Traumata auslösen. Verhaltensforscher haben jedoch Vermutungen, dass es sich bei Tieren ähnlich verhält. Ich gehe der Problematik weiter nach.
Ornithologen sagten mir, dass Beringung von Vögeln die Forschung aus dem vergangenen Jahrtausend ist. Heute benutzt man andere Methoden. Ich bin noch selbst im Verein "ProRing", auch um mich zu informieren. Mir wurde bei meinen Recherchen folgendes übergeben, das sich im Bereich SH zugetragen hat.

Dieser tote, schon fast ausgewachsene Jungvogel hing kopfüber, gefangen durch eine Nylonschnur, die sich um seinen Metallring gewickelt hatte! Der Vogel befand sich etwa einen Meter vom Brutplatz entfernt, und war eine kleine Böschung runtergefallen und so dann bestimmt sehr qualvoll verendet. Die Schnur hatte sich ausschließlich um den Ring gewickelt, andere Körperpartien waren nicht betroffen

"Dann entdeckten wir einen weiteren, noch lebenden Jungvogel, ein etwas jüngerer Vogel. Dieser Uhu saß zwei Meter vom Brutplatz entfernt auf dem Boden und wurde von Fliegen umflogen. Bei unserem Erscheinen machte er einen geschwächten Eindruck und keinerlei Anstalten zu flüchten. Also näherten wir uns vorsichtig dem Vogel und stellten fest, dass auch er gefesselt von einer Nylonschnur UM SEINEN METALLRING !!!! war und sich nicht von der Stelle bewegen konnte. Auch hier waren andere Körperpartien nicht von einer Umschlingung betroffen. Wir befreiten den Jungvogel zunächst provisorisch (die Schnur war so auf Spannung, dass er sich nicht bewegen konnte), und begutachteten das Bein: Die Schnur hatte sich mind. 30mal um das Bein gewickelt. Wir haben die Schnur vorsichtig komplett entfernt, die Schnur ging bis auf den Knochen. Unter dem Ring und der Schnur krabbelten schon zahlreiche Fliegenmaden. Glücklicherweise war eine meiner Begleiterinnen eine Tierärztin, die Schnur und Maden sauber entfernt hat und dem Vogel noch relativ gute Überlebenschancen zusprach.
Nach der "Behandlung" kletterte der Junguhu zu seiner Mutter, die sich trotz der ganzen Prozedur noch immer am Brutplatz befand. Ohne unser Einschreiten wäre dieser Vogel definitiv auch früher oder später gestorben, in diesem Zustand hätte er sich nicht mehr befreien können. Die Nylonschnur kam wohl von einem Bläßhuhn, dass wohl selber Opfer von Zivilisationsmüll wurde und dann von den Uhueltern als Nahrung angeschleppt wurde.
Bei dem noch lebenden Vogel war der Ring völlig unsachgemäß 
angebracht: die Ring-Enden überlappten extrem und boten somit der Schnur eine gute Angriffsfläche. Es ist mir schleierhaft, wie man so dermassen schlecht beringen kann- ohne korrigierend einzugreifen. Der Beringer ist bekannt.
"

Mir liegen weitere Informationen und Fotos vor.

Öffentlichkeitsarbeit

wird neu geschrieben ...

Liebe Eulenfreunde,

auch ich bin schon in Versuchung geführt worden, mich mit Eulen fotografieren zu lassen. Außerdem erhielt ich den Rat, meine Schleiereulenbrut zu wiegen, um ihren Ernährungszustand besser feststellen zu können. Auch habe ich einen verletzten Uhu ausgewildert. Ich habe bisher keine lebende Eule angefasst. Weil es, wie das Tierschutzgesetz ausdrücklich im §1 als Grundsatz zu Recht fordert, keinen vernünftigen Grund dafür gab.

Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund

Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Warum sollte ich das als Eulenschützer dann tun?

Es liegt mir fern, Personen anzufeinden, die sich in der Vergangenheit falsch verhalten haben. Jeder, der aktiv ist, der für den Naturschutz oder auch Eulenschutz arbeitet, tut dieses nach bestem Wissen und Gewissen. Jeder, auch ich, macht Fehler. Wir sind alle Lernende.

Mir geht es an dieser Stelle ausschließlich darum, dass wir unser Verhalten immer überprüfen und wenn nötig in der Zukunft ändern. Und für die Uhus bin ich jetzt verantwortlich und stoße auf Unverständnis, was mich erschüttert. Was ich mit guten Worten nicht erreiche, werde ich versuchen, auf anderem Wege zu erreichen. Auch das verstehe ich unter Eulenschutz.