Eulen streicheln - Nein danke

Im Vorstand des Vereins "Eulen-Schutz in Schleswig-Holstein e.V." gibt es genau zu diesem Thema ein Zerwürfnis. Galluse spricht sich als Vorstandsmitglied  kompromisslos gegen die langjährige Praxis der von einigen Vorstandsmitgliedern bevorzugten Umgangsart mit Eulen aus. Immer mehr Eulenschützer unterstützen ihn. Leider noch nicht lautstark.

Heute schickte mir eine Ornithologin aus Nordfriesland einen Link aus Österreich.

https://www.eulen-greifvogelstation.at/wissen/missbrauch-und-illegale-verfolgung-von-wildtieren/eulen-streicheln-nein-danke/

Regelmäßig sieht man in sozialen Netzwerken, Zeitschriften und Zeitungen Bilder oder Filme von Eulen und Greifvögeln, die von Menschen gestreichelt werden.

Diese Aufnahmen erwecken bei vielen Menschen den Anschein, als würden die Vögel menschliche Berührungen und ein Leben als Heimtier genießen.

Es ist leider ein fataler Irrtum, dass diese Vögel diese Berührungen genießen. Sie können ihr Leiden durch fehlende Gesichtsmimik nur nicht zeigen. Den Stress kann man ihnen und ihrem Verhalten jedoch ansehen. Immer.

Alle diese Fotos stehen öffentlich im Internet. Hier sind nur themengebundene Ausschnitte zu sehen. Die Darstellung von Kindern mit Eulen in der Hand hat in den letzten Jahren extrem zugenommen. Ich möchte das jetzt beenden.


Streicheln ist unter Eulen oder Greifvögeln kein natürliches Verhalten. Die Tiere betreiben während der  Paarungszeit manchmal gegenseitig Gefiederpflege im Bereich des Kopfgefieders. Andere Berührungen stellen für sie aber meist eine Bedrohung, z.B. von einem Fressfeind, dar.

Jedes Säugetier, das geboren wird, erfährt als erstes Streicheleinheiten. Dabei werden Tiere von der Mutter trocken geleckt, was sie als „Streicheln“ positiv empfinden und so für ihr Leben geprägt werden. Bei Menschen ist das anders. Geleckt wird nicht mehr, aber seit 50 Jahren wird das Neugeborene sofort auf den Laib der Mutter gelegt und wird von ihr liebkost und gestreichelt. (Früher war das in Deutschland anders, sehr schlimm, vieles Ungemach lässt sich damit erklären). Durch diese frühe Prägung empfindet der gesunde Mensch Streicheln in seinem ganzen Leben als etwas sehr Positives. Aus Unwissenheit überträgt er dieses dann auf andere Tiere. Hunde, Katzen, Pferde und andere domestizierte Säugetiere danken es ihm durch Schnurren, Schwanzwedeln usw.

Vögel sind aber ganz anders geprägt. Schlüpfende Küken werden nicht geleckt oder gestreichelt. Vielleicht liegt die Ursache darin begründet, dass es technisch auch nicht möglich ist (keine Hände). Vogeleltern gehen anders mit ihren Küken um, damit es zu einer Bindung (Prägung) kommt, die jedoch nur wenige Wochen existieren muss. Sie machen es mit dem Schnabel (Schnabel an Schnabel) und mit speziellen Lauten. Wie ich bei meiner Hühnerzucht verfolgen kann, mit großem Erfolg. Keine neue Erkenntnis (Konrad Lorenz redete schon 1949: Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen)

Jeder Mensch ohne biologischen Grundverstand, der Vögeln Zärtlichkeit geben möchte, beginnt damit, Vögel zu streicheln. Das muss der Vogel doch gut finden. Das muss er doch verstehen. … Nein, es ist eine Qual für den Vogel. Er fühlt sich vergewaltigt, fühlt sich im Stress, fühlt sich gequält. Wer den Gesichtsausdruck dieser malträtierten Vögel sieht, erkennt das.

In Österreich ist die Handaufzucht und Fehlprägung von Eulen und Greifvögeln durch das österreichische Tierschutzgesetz verboten!

Jungvögel, die ihren Eltern weggenommen und von Menschen handaufgezogen werden, dulden manchmal die Berührungen von Menschen, dann aber auch nur von jenem Menschen, der sie aufgezogen hat. Aber selbst mein von Hand aufgezogenes und auf Menschen geprägtes Haushuhn macht jedes Mal, wenn ich es auf dem Rücken berühren will, einen Ton, der mir meine Grenzüberschreitung deutlich macht.

Alle Wildtiere haben eine natürliche Scheu vor Menschen und empfinden eine Annäherung oder gar Berührung als großen Stress.

Das Schließen der Augen und Wegdrehen des Kopfes sind eindeutige Zeichen für Missfallen.


Warum werden die Eulen so gern für Öffentlichkeitsarbeit missbraucht?

Ich weiß es noch nicht, ich kann nur Vermutungen anstellen. Aber ich bekomme sehr viel Post zu diesem Thema.

  •  Eulen sind die einzigen Vögel mit nach vorn gerichtetem Blick. Das löst in jedem Betrachter sehr positive Gefühle aus (ähnlich wie bei Katzen). Deshalb kann man dieses Kindchenschema für seine Zwecke gut missbrauchen (persönliche Presseauftritte, Spendenbereitschaft, …
  • Viele Eulen bekommen aus unterschiedlichen Gründen Nisthilfen. So findet man die Jungeulen später besser wieder, um sie beringen zu können. Der Uhu wurde in vielen Bundesländern für die Neuansiedelung gezüchtet. Viele Personen kamen dem Uhu deshalb sehr nahe. Die Eulen anzufassen war in diesen Personenkreisen alltägliches Geschäft. Vielleicht haben manche Eulenschützer deshalb die gesetzlich gebotene Distanz zu den am strengsten geschützten Wildvögeln verloren.
  • Einige Beringer, Waldpädagogen und selbsternannte Pädagogen ohne Ausbildung behaupten, sie würden den Kindern ein unvergessliches Erlebnis bereiten, wenn sie ihnen Jungeulen in die Hand geben. Der Effekt, den sie durch diese Vorgehensweise erreichen ist ein ganz anderer. Kinder vergessen nicht, werden aber jedes Jahr klüger und kritischer. Was sollen sie von ihrem Vorbild „Eulenschützer“ halten, wenn sie eines Tages erfahren, dass das ihnen so besonders beeindruckend Vermittelte ein möglicher Verstoß gegen geltendes Recht war?
    Ohne pädagogische Grundlagen gibt es keine Veranlassung dafür, Eulen in Kinderhand zu geben. Somit verstößt man gegen das Tierschutzgesetz und seine Vorbildfunktion. 
    Darüber hinaus erfahren die Kinder, dass die Uhu Brutstätten ganz geheim sind, nur ganz vertrauenswürdigen Personen (und ihnen?) bekannt werden dürfen. Auch Kinder erkennen, dass dieses Vorgehen falsch sein muss, aber hundertfach geschieht.
  • Um ein Streichelerlebnis zu haben, gibt es in SH viele sinnvolle, alternative Möglichkeiten. So freuen sich Wildparks über Besucher: Wildpark Eekholt, Erlebniswald Trappenkamp, Tierpark Arche Warder, Tierpark Gettorf, Tierpark Neumünster, Zoo Arche Noah Grömitz, Vogelpark Niendorf, … Beim Landwirt um die Ecke findet jeder Katze, Hund, Schaf, Ziege, Kuh und Pferd. Manche Naturpädagogen bieten Wanderungen mit Eseln an. Niemand muss wilde Eulen streicheln um ein nachhaltiges Naturerlebnis zu haben.
  • In dem Artikel des Bauernblattes mit dem Kinder-Eulenstreichel-Phote heißt es:
    Kurze Zeit später am Waldrand nimmt Oliver U. den Kindern zum Abschluss noch ein Versprechen ab. Er hält die Hand mit aufgezeigten Fingern vor die Brust, die Kinder tun es ihm gleich. „Ich werde niemals nie einem Tier aus irgendeinem Grund wehtun.“ Die Gruppe steht vor ihm. Im Chor sprechen die Kinder ihm bedächtig nach. Alle halten dabei die Finger vor die Brust.
  • Bei diesen und ähnlichen Vorgehensweisen geraten die Kinder in einen Loyalitätskonflikt. Einerseits wird ihnen vermittelt, dass sie wildlebende Eulen in der Natur nicht anfassen dürfen, andererseits wird ihnen im Rahmen der Waldpädagogik ein Eulen-Ästling in die Hand gegeben.
  • Eine pädagogische Mitarbeiterin des Wildparks Eekholt bestätigte mir, dass auch die im Park gehaltenen Eulen nicht angefasst werden dürfen. Sie erklärt es den Kindern so: „Wenn ihr durch die Fußgängerzone einer Stadt geht und wildfremde Menschen kommen auf euch zu und streicheln euch eure Haare. Welches Gefühl habt ihr?“ Die Kinder verstehen sofort. Ergänzen kann man, dass Säugetiere durchaus Streicheleinheiten mögen, Vögel jedoch nicht. Vogeleltern streicheln auch nie ihre Kinder.
  • Jedes Säugetier, das geboren wird, erfährt als erstes Streicheleinheiten. Dabei werden Tiere von der Mutter trocken geleckt, was sie als „Streicheln“ positiv empfinden und so für ihr Leben geprägt werden. Bei Menschen ist das anders. Geleckt wird nicht mehr, aber seit 50 Jahren wird das Neugeborene sofort auf den Laib der Mutter gelegt und wird von ihr liebkost und gestreichelt. (Früher war das in Deutschland anders, sehr schlimm, vieles Ungemach lässt sich damit erklären). Durch diese frühe Prägung empfindet der gesunde Mensch Streicheln in seinem ganzen Leben als etwas sehr Positives. Aus Unwissenheit überträgt er dieses dann auf andere Tiere. Hunde, Katzen, Pferde und andere domestizierte Säugetiere danken es ihm durch Schnurren, Schwanzwedeln usw.
  • Vögel sind aber ganz anders geprägt. Schlüpfende Küken werden nicht geleckt oder gestreichelt. Vielleicht liegt die Ursache darin begründet, dass es technisch auch nicht möglich ist (keine Hände). Vogeleltern gehen anders mit ihren Küken um, damit es zu einer Bindung (Prägung) kommt, die jedoch nur wenige Wochen existieren muss. Sie machen es mit dem Schnabel (Schnabel an Schnabel) und mit speziellen Lauten. Wie ich bei meiner Hühnerzucht verfolgen kann, mit großem Erfolg. Keine neue Erkenntnis (Konrad Lorenz redete schon 1949: Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen)
  • Jeder Mensch ohne biologischen Grundverstand, der Vögeln Zärtlichkeit geben möchte, beginnt damit, Vögel zu streicheln. Das muss der Vogel doch gut finden. Das muss er doch verstehen. … Nein, es ist eine Qual für den Vogel. Er fühlt sich vergewaltigt, fühlt sich im Stress, fühlt sich gequält. Wer den Gesichtsausdruck dieser malträtierten Vögel sieht, erkennt das.

Das deutsche Tierschutzgesetz sagt in seinem Grundsatz zu Beginn eindeutig:

§ 1 Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Der Uhu ist eine sehr streng geschützte Tierart. Ähnlich wie beim Seeadler werden die Brutstätten streng geheim gehalten. Leider gibt es immer Menschen, die, um in die Zeitung zu kommen, wiederholt mit Gruppen und der Presse zu den Nistplätzen wandern. Darunter auch selbsternannte "Eulenexperten".
Es geht um Egoismen, Selbstdarstellung und Eitelkeit.
Zunehmend werden auch Kinder für diese Vorgehensweise missbraucht.
Die Kinder, die auch erkennbar abgebildet werden (es ist eine gute Sache, es handelt sich ja um Eulenschutz), lernen, dass man Eulenkinder (Wildtiere) aus dem Nest nehmen darf, dass sie beliebig lange gestreichelt werden dürfen, dass sie sich nur tot stellen, damit sie besser gestreichelt werden können. In Wirklichkeit erleiden die Tiere über 20-30 Minuten Qualen und einen Schock.

Jeder, der Vögel (Hühner) selbst hält, weiß, dass domestizierte Vögel recht zahm werden können. Sie lassen sich aus der Hand füttern und sitzen dem Menschen auch auf der Schulter. ABER streicheln lassen sie sich nicht.


Bitte klären Sie Ihre Familie, Ihre Freunde und Bekannten auf, dass diese scheinbar niedlichen Aufnahmen oben nur  Tierquälerei darstellen!

Da galluse nicht in sozialen Netzwerken unterwegs ist, würde er sich freuen, wenn man ihn in diesem Bereich unterstützen könnte. Galluse benötigt für seine Arbeit die Beiträge, die man dort zu dieser Thematik lesen kann. In den Tageszeitungen findet man nur die Spitze des Eisbergs.