Benjeshecken kann jeder anlegen. Ob im Kleingarten oder in Feld und Flur. Benjeshecken sind Totholzhecken. Entlang einer Linie werden Äste, Zweige, Baumschnitt locker als Wall gestapelt. Genau das Holz, was heute oft geschreddert wird, benötigt man zum Aufbau dieser Hecken.

Durch Windanflug von Samen, durch Samen im Kot rastender Vögel, durch Anlage von Nahrungsdepots oder heute auch durch etwas Nachhilfe vom Menschen bildet sich bald eine Pflanzengesellschaft, die quasi von den Tieren selbst geschaffen wurde. Darüber hinaus bietet das locker gelagerte Totholz unmittelbar Lebensraum für zahlreiche Vogelarten (v. a. Heckenbrüter), Kleinsäuger, Amphibien und Insekten.

Hermann Benjes beschrieb dieses Vorgehen Ende der 1980er Jahre.

Die Vernetzung von Lebensräumen mit Benjeshecken, München 1997, 9. Auflage, Verlag Natur & Umwelt, ISBN 978-3-924749-15-6.

Dieses lesenswerte Buch ist meines Wissens nur noch im Antiquariat zu finden, dort aber leicht via Internet zu bestellen.

Als sinnvoll erweist sich die Benjeshecke dort, wo sie schnell und kostengünstig in weiträumig flurbereinigter, intensiv genutzter Agrarlandschaft wie Wiesen und Äckern einen Beitrag zum Biotopverbund leisten würde.

Auch Kinder und Jugendliche lassen sich gut durch Bau und Beobachtung einer solchen Hecke zu Themen wie Natur- und Umweltschutz bewegen und Benjes (dessen Bruder Lehrer war)  sieht es auch als ein Mittel der Umwelterziehung. Interessant für Waldkinderkärten, Waldjugend, Pfadfinder oder Umwelt-AGs in Schulen. Totholz findet man überall. Einfach aufschichten, abwarten und beobachten. Tiere als Bewohner stellen sich sofort ein, eine Freude, sie zu bestimmen.

Kostengünstige Benjeshecken können bis zur vollen Entwicklung eine wertvolle Aufgabe im Biotopverbund übernehmen.

Tipps für die Anlage von Benjes-Hecken finden sie auch hier: