Wohin mit dem vom Menschen
in vielen Ländern
erzeugten Atommüll?

 

Generationen von Politikern versprechen Lösungen. Meist geht es um Einlagerung in großen Tiefen (dann ist es weg und zunächst vergessen). Alles wird berechnet und von Experten begutachtet. Viel Geld ist überall zu verdienen. Zeit für Lobbyisten. Zeit für Experten.

Ergebnisse solcher konzertierten Expertenaktionen sieht man rund um die Asse, vielleicht dem Symbol schlechthin für das Scheitern von Atommüll-Lagerung in Deutschland.

Verschlossen hinter dicken Betonwänden lagern dort zwischen Braunschweig und Hannover die berühmten gelben Fässer: 126.000 Stück, voll mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen, das meiste aus Kraftwerken und Kernforschung - Filter, Flüssigkeiten, Schrott. Dann kam es entgegen aller Expertenmeinungen schon einige Jahre später zu Wassereinsickerungen. Der noch nicht verschüttete Müll muss nun geborgen und erneut entsorgt werden. Milliardenkosten und kein Ende in Sicht: Bis Dezember 2018 hat das umstrittene Atommülllager Asse den Steuerzahler 1,5 Milliarden Euro gekostet. Der bezahlt nämlich Experten- und Politikerversagen.

(Risiken werden heute fast immer versichert. Warum geht das in diesem Bereich nicht? Ich denke, die Experten bei den Versicherungen schätzen das Risiko der sicheren Endlagerung als zu hoch und unbezahlbar ein. Trotz aller Unbedenklichkeitbeteuerungen ...)

 

Nun ist der Mensch klüger und es gibt neue Politiker und neue Experten.


Expertenlösungen in aller Welt

China

Für die Endlagerung von hoch radioaktivem Müll strebt das Land eine unterirdische Lösung an. Ein Standort in der Wüste Gobi scheint derzeit am wahrscheinlichsten. Das Gestein, in dem der Müll versenkt werden könnte, ist Granit.

Finnland

Finnland baut das erste Endlager für hochradioaktiven Müll, ein Tunnelsystem unter der Halbinsel von Olkiluoto. Nicht alle glauben, dass es wie versprochen 100 000 Jahre hält.

Frankreich

Das französische Parlament hat den Standort des geplanten Atomendlagers nahe der deutschen Grenze genehmigt. 2030 könnte der erste hochradioaktive Müll aus den 58 französischen Kernreaktoren in Lothringen eingelagert werden.

Großbritannien

In Großbritannien wird hoch und niedrig strahlender Atommüll an mehreren Stellen vorübergehend überirdisch gelagert (Plan bis 2096)

Schweden

In Schweden ist die Standortfrage entschieden. Dort soll bei Östhammar im Osten des Landes ein Endlager entstehen - ebenfalls in der Nähe eines bereits bestehenden Atomkraftwerks und eingebettet in Granitgestein. Es soll nach 2022 in Betrieb genommen werden und für mindestens 100.000 Jahre nuklearen Müll aufnehmen.(Inzwischen dringt dort auch Wasser ein)

Schweiz

Die Schweiz strebt ein Atomendlager in Tongestein an. 2008 benannte die zuständige Bundesbehörde sechs mögliche Regionen.

USA

Mit mehr als 100 Kernkraftwerken verfügen die USA über das weltweit größte Atomprogramm. Seit 1978 wurde dort die Endlagerung im abgelegenen Yucca-Gebirge im Wüstenstaat Nevada geprüft. Eine Lösung ist nicht bekannt.

Russland

Moskau prüft Standorte für den Bau eines modernen Endlagers.



Eine aktuellere Aufstellung aller gebauten Endlager auf der Welt findet man hier:

Eine Liste von Endlagern nahezu aller weltweit im Bau und Betrieb befindlichen, sowie stillgelegten und verschlossenen Endlager für leicht-, mittel-, und hochradioaktive Abfälle findet man übersichtlich hier: https://de.nucleopedia.org/wiki/Liste_von_Endlagern#China


Sicherheitsanforderungen an eine Endlagerung

aktuelle Quelle: https://www.bmu.de/themen/atomenergie-strahlenschutz/nukleare-sicherheit/sicherheit-endlager/sicherheitsanforderungen/

... "Das auf der Grundlage der Empfehlungen der Endlagerkommission im März 2017 umfassend novellierte Standortauswahlgesetz enthält eine Ermächtigung zum Erlass einer Verordnung über Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung. Diese Verordnung wird derzeit unter Beteiligung von Experten aus der Wissenschaft und Vertretern der Bundesländer erarbeitet. Ausgangspunkte sind dabei die diesbezüglichen Empfehlungen der Endlagerkommission sowie die Sicherheitsanforderungen von 2010, die mit dem Inkrafttreten der Verordnung abgelöst werden." ...

"Zentrale Unterschiede zu den Sicherheitsanforderungen aus dem Jahr 1983 sind:

Unterschied

Anmerkung von galluse

Für eine Million Jahre muss gezeigt werden, dass allenfalls sehr geringe Schadstoffmengen aus dem Endlager freigesetzt werden können. Hierzu muss die Integrität des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs nachgewiesen und das vom Endlager ausgehende Risiko bewertet und dargestellt werden.

Die Vergangenheit hat bereits mehrfach gezeigt, dass von Experten ausgesuchte Standorte nach wenigen Jahren sich nicht mehr eigneten. Viele Aussagen werden mit Wahrscheinlichkeiten belegt. An menschliche Risikobewertungen fühlt sich die Natur nicht gebunden.

Die Sicherheit des Endlagers muss von der Planung bis zum Verschluss des Endlagers einem kontinuierlichen Optimierungsprozess mit periodischen Sicherheitsüberprüfungen unterworfen werden.

Liest sich gut. Großprojekte wie etwa der Berliner Flughafen zeigen die Realität.

Es muss ein Mehrbarrierensystem realisiert werden, das den im kerntechnischen Bereich üblichen Prinzipien der Redundanz (doppelte Sicherheitssysteme) und Diversität (unabhängige Wirkmechanismen) folgt.

Das ist möglich. Das löst momentane Probleme. Deshalb ist es plausibel, dass man durchaus mehr Abfall erzeugen wird. Ähnlich dem Plastikproblem werden dann Lösungen in die Zukunft verlagert.

Es muss ein Kontroll- und Beweissicherungsprogramm auch nach Stilllegung des Endlagers durchgeführt werden.

Auch das hört sich gut an. Wir benötigen Energie, Abfall und Kosten werden auf zukünftige Generationen verlagert.

Während der Betriebszeit des Endlagers muss die Rückholbarkeit der radioaktiven Abfälle möglich sein. Im Notfall müssen die Behälter auch 500 Jahre nach Verschluss des Endlagers geborgen werden können.

Das Vorhaben wird für die nachfolgenden 25000 Generationen zunehmend unbezahlbar.

Konkrete Standortauswahl- und Erkundungskriterien werden nicht festgelegt.

Immer flexibel und politisch variabel bleiben.

Der radioaktive Abfall steigt noch immer. Damit steigen auch täglich die Kosten, die wir den kommenden Generationen (für geplante 1 000 000 Jahre) auflasten. Auch die kommenden 25000 Generationen werden zunehmend Energie- und Umweltprobleme haben. Und weder Öl, Kohle noch Gas.

Alles ganz schön irrsinnig, was Experten und Politiker so zusammendenken. Vielleicht wird die Menschheit an diesen Egoismen zugrunde gehen. Nach uns.

1 000 000 Jahre ...

  • Es wird Kometeneinschläge geben, Mit Riesenwellen und Erdmantelbewegungen.
  • Kontinente verschieben sich kontinuierlich. Das hat Folgen wie Rissbildung im Erdmantel.
  • Es wird viele Warm- und Kaltzeiten geben. Eiszeiten verändern die Erdkruste durch ihr Gewicht (Noch heute steigen Teile der Ostsee, weil sie vom 3 km hohen Eispanzer der letzten Eiszeit befreit sind.
  • ...


Vielleicht eine Lösung

Unser Wirtschaften ist immer auf Profit ausgerichtet. Schneller Gewinn jetzt; die Probleme oder Folgekosten werden zukünftigen Generatioen aufgelastet. Das gab es in diesem Maße in der Erdgeschichte noch nie. Wir verbrauchen in wenigen Generationen alle Bodenschätze und stopfen die Löcher mit Müll zu. Wir wissen, dass unser Handeln in eine Katastrophe führt, wissen aber auch, dass wir selbst sie nicht mehr erleben werden. Verantwortungsbewusstsein ist gefragt, wird aber leider vom schnellen Profitdenken beiseitegefegt. Der natürliche Egoismus eines jeden Lebewesen, der eine notwendige Grundlage für die Evolution war, führt am Ende ins Verderben.



Vorteil

Alle Länder, die Atommüll entsorgen müssen, schließen sich in einer Komission zusammen.

Alle Länder tragen Verantwortung. 

Sie entscheiden über einen oder mehrere Endlager auf der Nordhalbkugel in einer nicht oder dünn besiedelten Region. Sie muss verkehrstechnisch (Bahn, Schiff) gut erschlossen sein (werden). Alaska, Kanada, Nordeuropa, Russland bieten sich an. Es sollte mindestens 2 Orte geben, um politische oder monopolistische Probleme zu minimieren.

Es entstehen so nur wenige Endlager.

Eine kontrollierbare Endlagerung entsteht.

Die Konzentration auf wenige Standorte mit hoher und sich weiter entwickelnder Technologie schafft viele Vorteile für die nachfolgenden Generationen.

Entsprechend ihrer geschätzten Abfallmenge beteiligen sich alle Länder an den Kosten der entstehenden Endlager. Sie können Anteilseigner oder auch Mitbetreiber sein.

Alle Länder sparen viel Geld und können so mit in zukünftige Technologien investieren, die den Müll aufarbeiten helfen.

Der Müll wird nicht tief in der Erde versenkt. Wir können zukünftigen Generationen nicht zumuten, bei Störungen, die bisher immer auftraten, den Müll wieder zu bergen und zusätzlich zu ihren eigenen Problemen auch noch die Probleme der Vergangenheit erneut anzugehen.

Die Kosten der notwendigen Bergungen ist heute schon kaum noch bezahlbar. Grundwasser ist zunehmend gefährdet. Die Prozesse in tiefer Erde sind für niemanden langzeitig voraussagbar.

Die Kosten bleiben so überschaubar.

Der Müll wird in standardisierten Containern (Castor) zu den Endlagern transportiert und dort eingelagert. Ob die Container zusätzlich mit einer dünnen Erdschicht abgedeckt werden, wird die Technik bestimmen.


An den Standorten entwickelt sich eine Wiederaufbereitungs-Technologie, die aus dem Müll verwertbare Rohstoffe macht. Je nach Technologiefortschritt wird eine zunehmende Verarbeitung des Mülls möglich werden.

Recourcenschonung

Verstrahlte Bausubstanz (Tschernobyl, Abbruch alter Atomanlagen) bleibt vor Ort.


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